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schilderij Van Bree © Bart Huysmans & Michel Wuyts

Gemälde von Van Bree auf der Liste der Meisterwerke

Am 15. Juni 2020 hat die flämische Regierung das Gemälde „Einzug des 1. Konsuls Napoleon in Antwerpen im Jahr 1803“ von Mattheus Ignatius van Bree auf die Liste der Meisterwerke setzen lassen. Das Gemälde zeigt ein ebenso spektakuläres wie detailliertes Bild des Einzugs des französischen Herrschers 1803 in Antwerpen. Es markiert einen wichtigen Moment in der Geschichte von Antwerpen und Flandern. Deswegen ist es von besonderem Wert.

Vom Reportagestück zum Meisterwerk

Der Besuch des französischen Machthabers in Antwerpen war sowohl für die Stadt an der Schelde als auch für Bonaparte ein wichtiger Moment. Napoleon hatte große Pläne für Antwerpen. Er hatte vor, einen modernen Hafen bauen zu lassen, der im französischen Reich sowohl für die Handelsschifffahrt als auch für die Kriegsführung eine wichtige Rolle spielen sollte.

Zu diesem festlichen Anlass wurde der Antwerpener Maler Mattheus Ignatius van Bree (1773–1839) vom Stadtrat gebeten, zusätzlich zu Statuen und Triumphbögen – die das Rathaus schmückten – einige Prunkwagen zu entwerfen. Zuvor – im Jahr 1801 – hatte Van Bree bereits zwei Allegorien gemalt, die Bonaparte verherrlichten.

Bei diesem Besuch war Bonapartes Frau Joséphine de Beauharnais besonders angetan von den Werken Van Brees und gab mündlich ein Gemälde in Auftrag, um dieses Ereignis zu verewigen. Der offizielle Auftrag stammt erst aus dem Jahr 1807 von Dominique Vivant Denon, dem damaligen Direktor des Musée Napoléon. Van Bree erhielt für diesen Auftrag 9.000 Francs.

Bei der Vorbereitung der Leinwand ging Mattheus Ignatius van Bree äußerst gewissenhaft vor: Er porträtierte zunächst mehr als hundert Personen, die er auf dem Gemälde darstellen wollte, darunter die regionalen Verwalter des Departements, den Stadtrat von Antwerpen und eine Reihe hochrangiger französischer Offiziere. Auch wirtschaftlich und finanziell für Antwerpen wichtige Persönlichkeiten wurden von ihm vorher gezeichnet, beispielsweise der deutsche Unternehmer Georg Kreglinger. Diese ganzen Zeichnungen befinden sich heute im Cabinet des Dessins des Louvre-Museums.

Anschließend malte Van Bree zwei identische Werke, allerdings in unterschiedlichen Größen. Die kleinere Version (77 x 126 cm) ist Teil der MAS-Sammlung (Inventarnummer AS.1959.097). Das große Ölgemälde hängt im Schloss von Versailles.

schilderij

Bree, Mattheus Ignatius van (Maler), Studie für das Gemälde „Einzug des 1. Konsuls Napoleon in Antwerpen im Jahr 1803“, AS.1959.097, Sammlung der Stadt Antwerpen, MAS, Foto: Bart Huysmans & Michel Wuyts

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