Direkt zum Inhalt
ma, vrouw en kind staan in een theaterdecor Jeroen Broeckx

Neugierig?

Geschichten aus der Ausstellung

In der Ausstellung „Hör Zu. Geschichten, gefunden in der Stadt“ können Sie zwölf Geschichten aus Antwerpen und der ganzen Welt hören. Sie fragen sich, wie sie klingen? Kameleonie bietet Ihnen schon mal einen kleinen Vorgeschmack. Lernen Sie Lange Wapper, Mala Zimetbaum und Romeo und Julia von Antwerpen kennen.

Goldmünzen

Ein magischer Kamin

Was passiert, wenn man sich etwas nimmt, das einem nicht zusteht? Ein armer Bauer fühlte sich reich, weil er eine tolle Frau und ein gutes Stück Land hatte. Abends saßen sie zusammen vor dem Kamin. Das Feuer sah aus, als wäre es aus Gold. Wäre es nicht schön, wenn das echt wäre? Am nächsten Tag pflügte er sein Feld und fand einen Krug voller Goldmünzen. Er vergrub sie schnell wieder und ging nach Hause, um seiner Frau davon zu erzählen. „Aber mein Schatz, du hättest den Krug mitnehmen sollen. Du hast ihn schließlich gefunden.“ Aber der Bauer war anderer Meinung, der Krug gehörte jemand anderem. Nur, wenn sie im Kamin liegen würden, könnten es ihre Münzen sein.

Die Frau ging heimlich zum Nachbarn und erzählte ihm alles. Sie bat ihn, nachts den Krug auszugraben, dafür dürfe er die Hälfte der Münzen behalten. In der Nacht ging der Nachbar auf das Feld. Exakt an der Stelle, die ihm seine Nachbarin genannt hatte, fand er den Krug. Aber darin waren keine Goldmünzen, sondern Schlangen. Der Nachbar wurde fuchsteufelswild und vor Wut schüttete er den Krug mit den Schlangen durch den Schornstein. Was er nicht wusste: Etwa auf der Hälfte des Weges durch den Kamin verwandelten sich die Schlangen in Goldmünzen. Die klimperten nach unten und ein goldener Strom lief aus dem Kamin bis knapp vor die Füße des Bauern und seiner Frau.

[Auf Englisch]

Mala Zimetbaum

Die Legende von „Mala la Belge“ handelt von der heldenhaften Malka Zimetbaum, einer jungen Jüdin polnischer Herkunft, die im Alter von 10 Jahren mit ihrer Mutter nach Antwerpen auswanderte. Ihr Vater und ihr Bruder waren schon 2 Jahre zuvor in die Stadt gekommen.

1942 wurde Malka auf dem Weg nach Brüssel aufgegriffen. Nachdem sie eine Zeit lang im Gefängnis von Breendonk und im Sammellager der Dossin-Kaserne gewesen war, wurde sie noch im selben Jahr in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau deportiert. Sie wurde zur Übersetzerin und Kurierin zwischen dem Männerlager in Auschwitz und dem Frauenlager in Birkenau.  

Malka nutzte ihre privilegierte Stellung, um unzähligen Mitgefangenen zu helfen und sie zu retten. Unter Einsatz ihres eigenen Lebens überbrachte sie den Gefangenen Lebensmittel und Nachrichten. 1944 floh sie mit ihrem Geliebten Edward Gallinski, einem polnischen politischen Gefangenen, der gegen die Nazis gekämpft hatte. Aber sie wurden in der Nähe der tschechoslowakischen Grenze verhaftet und sofort zurück nach Auschwitz gebracht.

Dort wurden sie beide eingesperrt, verhört und gefoltert. Am 15. September 1944 wurden sie vor den Augen der anderen Häftlinge von den Nazis hingerichtet. Ihre Geschichte wird bis heute immer wieder erzählt: Malka  wurde zum Symbol des Widerstands wie „Mala la Belge“. 

[Auf Englisch]

Liebesdrama in der Liebfrauenkathedrale

Romeo und Julia von Antwerpen

Willy Molkau und Maria Peeters waren 18 Jahre jung, unsterblich verliebt und wollten heiraten. Als sie dazu keine Erlaubnis von ihren Eltern bekamen, erschien ihnen das Leben sinnlos. Am Morgen des 25. Aprils 1913 sprang das junge Liebespaar gemeinsam vom Turm der Liebfrauenkathedrale. 

Das Liebesdrama verbreitete sich in der ganzen Stadt. Hunderte von Schaulustigen strömten zum Handschoenmarkt. Der Kaplan erteilte schnell die letzte Ölung und ein Beauftragter der Stadt kümmerte sich um einen Vorhang, um das Bild des Dramas vor den Schaulustigen abzuschirmen. Oben auf dem Turm fand ein Stadtführer noch Abschiedsbriefe der Liebenden an ihre Familien und Freunde. 

Dieser tragische Sprung soll ein Grund dafür sein, dass der Turm heute für Besucher geschlossen ist.

[Auf Englisch]

Uber die Ausstellung:

Hör Zu

Geschichten, gefunden in der Stadt

Das MAS feiert sein 10-jähriges Bestehen mit einer bunten, ungewöhnlichen Ausstellung. Wir präsentieren spannende und berührende Geschichten aus Antwerpen und die Welt über gierige Riesen, turbulente Lieben, Dämonen und Helden.

Abonnieren Sie unseren Newsletter